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Jahresfahrt 2017 der Jagdgenossenschaft Elbersdorf

Der Talnebel begleitete uns noch eine geraume Zeit als wir am 23.September 2017 mit den Jagdgenossen zu unserer diesjährigen Fahrt aufbrachen. Gegen 7 Uhr ging es bei den 'Essestuben' los, nachdem der Bus schon etliche Teilnehmer in Kaltenbach und Umgebung eingeladen hatte. Unser Ziel war Limburg, das wir über die A7 und die A5 Richtung Gießen ansteuerten.

Kurz vor Erreichen der Bistumsstadt genossen wir wieder unser bereits legendäres Frühstück (diesmal bei trockenen Außenbedingungen!); besonderen Dank an Inge und Gerd sowie Helmut und Lisa!

Pünktlich um 11 Uhr erreichten wir den Busparkplatz am 'Katzenturm' (Katzen: Geschütztyp im Mittelalter), Start unserer einstündigen Stadtführung, die wir in zwei Gruppen mit sehr engagierten und kompetenten Führern absolvierten.

Limburg an der Lahn bildet die unmittelbare Westgrenze Hessens zwischen Taunus und Westerwald im Rheinischen Schiefergebirge. Der Name leitet sich möglicherweise vom gallischen Wort 'Linda' für 'Wasser' ab. Eindeutig geklärt ist das aber nicht. Bereits Kelten und Römer siedelten in diesem Gebiet, wobei Siedlungsspuren um 500 v. Chr. Nachzuweisen sind. Um 760 n.Chr. entstand auf dem Domberg eine merowingische Befestigung zum Schutz einer Lahnfurt. Im 12 Jh. folgten Brückenbauten als Teil der Handels- und Fernstraße Köln /Frankfurt. Zoll und Handel ließen die Stadt schnell aufblühen und wohlhabend werden (Stadtrechte 1232 verliehen). Ab dem 13. Jh. prägten außerdem die Ansiedlung von Orden (Franziskaner, Beginen) das Stadtbild und beeinflussten die soziale Struktur der Bevölkerung. Stadtbrände und Seuchen unterbrachen nur kurzzeitig die Weiterentwicklung, die bis zur Reformation wesentlich durch die Erzbischöfe von Trier bestimmt wurde.

1806 wurde Limburg Teil des neu gegründeten Herzogtums Nassau und 1827 zum katholischen Bischofssitz erhoben.

Das wunderschöne Ensemble der Fachwerkbauten der Kernstadt (mit dem wohl ältesten freistehendem Haus Deutschlands) prägt das Stadtbild bis heute mit vielen Restaurants und Läden. Besonders zu erwähnen ist, dass die Innenstadt auch gut bewohnt ist und kaum unter Leerstand leidet(Einwohnerzahl: ca. 34 000). Diese Reize der Stadt konnten wir nach der Führung noch selbstständig genießen, ehe es gegen 14 Uhr durch den Taunus weiter Richtung Bad Nauheim ging. Ein spontaner Abstecher zum Großen Feldberg (ca. 880 m) zeigte uns wieder mal besonders die Vielfalt und Schönheit unserer hessischen Lande. Auf dem Feldberg beeindrucken der Aussichtsturm sowie die Sendeanlagen des hessischen Rundfunks. Als Besonderheit sei der steinerne Pfeiler erwähnt, der seit 1867 mit Hilfe der Dreiecksmessung (Triangulation) der europäischen Gradmessung dient.

Zum Kaffee trinken ging es dann weiter nach Bad Nauheim, dem bekannten Kur- und Heilbad. Besondere Bedeutung hatte dabei im 19. Jh. Die Entdeckung und Anwendung der kohlensäurehaltigen Thermalsole (Gradierwerke noch heute erhalten). Viele berühmte Kur- und Badegäste sind in der Stadt verzeichnet, u.a. Zar Nikolaus II, Albert Einstein und Karl May. Beim Durchwandern der Stadt zeigen sich aber auch die Auswirkungen der der Sparmaßnahmen im Kurbetrieb, so dass die heutige Bedeutung Bad Nauheims in erster Linie im Vorhandensein von Spezialkliniken liegt sowie in der Ansiedlung des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung. Gegen 19.30 Uhr kamen wir nach einer problemfreien Rückfahrt wieder in unserem heimatlichen Elbersdorf an und verabschiedeten uns mit der einhelligen Meinung: es war wieder eine schöne Fahrt.

Reinhart Kluge

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